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22. September 2009 (21:05 Uhr)

Taten zählen mehr als tausend Worte. Dieser Ansicht war ich schon immer und versuche seit jeher idealistisch durch diesen Zirkus namens Leben zu gehen. Dabei ecke ich oft an und mache mich nur allzu oft unbeliebt. Verlorene Freunde pflastern diesen steinigen Weg und können ein wütendes Lied davon singen, wie ich deren Ansichten in der Luft zerissen habe und ihr Handeln kritisiert habe. Ich bin Meinungsfaschist, wenn man so will. Mein Weg ist mein Gesetz und wer gegen meine Prinzipen aus Ehre und Recht verstößt, bekommt das zu spüren. Viele hassen mich dafür, dass ich Regeln breche aber genau so viele lieben mich dafür und werden immer an meiner Seite zu finden sein.
Was sind wir, wenn wir uns nicht an gewisse Standarts, unseren eigenen moralischen Kodex halten?! Nichts weiter als angepasste, rückgratlose tote Fische, die mit dem Strom schwimmen. Zombies, an die sich niemand erinnern wird. Phrasengedresch FTW!

Daher unterstütze ich schon seit einer ganzen Weile diverse Institutionen, die auch diesen Weg gehen und auch meine Ansicht teilen, dass Taten mehr zählen als tausend Worte (auch wenn man diese an einer Hand abzählen kann). Nicht nur labern, sondern machen. Menschen die was ändern wollen und verstanden haben, wie das Spiel in dieser abgefuckten Welt funktioniert. Willst du die Mächtigen dieser Welt hart treffen, nehm ihr Geld oder versuche wenigstens dafür zu sorgen, dass sie kein Geld mehr verdienen können…

Sea Shepherd ist so eine Institution. Menschen, die sich mit ganzer Seele dem Schutz der Meere verschrieben haben und dies nicht auf langweiligen Podiumsdiskussionen umsetzen, sondern ihre Gesundheit riskieren, indem sie mit ihren Schiffen Walfänger blockieren und versuchen jeden zu stören, der sich über bestehende Tierschutzgesetze hinwegsetzt. Damit liegen sie genau auf meiner Linie, denn es ist eine, kaum zu überbietende Schmach, was wir Menschen unserem größten, gebeutelten Ökosystem antun.
Natürlich kann man jetzt eine endlose Grundsatzdiskussion über Personen und Methoden führen, wann und wie Gewalt gerechtfertigt sein darf, um moralische Prinzipien durchzusetzen, aber geredet wurde, meiner Meinung nach, schon genug. Mit dem Ergebnis, dass diverse Nationen einen Scheiss auf bestehende Verträge geben und munter weiter Wale und andere Meeresbewohner abschlachten.

Ich hänge sowas nicht an die große Glocke, weil es unwichtig ist, was ich mit meinem Geld anstelle. Tue Gutes und rede nicht davon, aber durch einen aktuellen NEON-Artikel ballerte die Thematik wieder in mein Bewusstsein und lag mir auf dem Bloggerherzen. Leider kann ich nicht mehr tun, als “nur” zu spenden. Ich hätte mich schon lange freiwillig auf einem der Schiffe gemeldet. Mit einer Flasche Buttersäure in der Hand und einem Wasserwerfer vor mir, der auf meine Fresse zielt, würde ich auch Taten mehr zählen lassen als tausend Worte und gegen diese reudigen Ausbeuter der Meere kämpfen. Durch mein kleines Handicap, was mich an die Dialyse kettet, kann ich das jedoch nicht. Also versuche ich meinen Teil beizutragen, indem ich mit meinem Geld mit dafür sorge, dass Sea Shepherd weitermachen kann.

Wer dies auch tun möchte, der klicke bitte hier.





14. September 2009 (10:52 Uhr)

Das ist Hans-Martin. In seinen Händen hat Hans-Martin einen tollen Koffer voller Geld. 500.000 €, um genau zu sein. Die hat er am Samstag bei Schlag den Raab gewonnen. Das ist eine Sendung, die der neue Samstagabendstern am Quotenhimmel ist. Quasi das Wetten daß? der Neuzeit, was Mutti und Papi nun auch gerne mit dem Früchten ihrer Lenden nach dem Abendessen genießen, seit der Gottschalk so langweilig geworden ist und sich die Goldlöckchen abgeschnitten hat. Voll Uncool. Also ist Pro7 nun des Volk`s First Choice, wenn es um die Frage geht, wie wir unserem Abend verbringen, wenn wir grad mal nicht in der Stimmung sind, was sinnvolles zu machen. Mit den Kindern spielen oder so.

Jedenfalls hat sich Hans-Martin bei seinem Kampf ums Geld gegen Raab zugegebenermaßen nicht gerade beim Publikum und gemeinen Fernsehzombie beliebt gemacht. Hans Martin hält sich für überaus intelligent, ist sehr verbissen, arrogant, hat einen an der Waffel (was er durch eigenartige Selbstgespräche und ziemlich lächerlicher Körpersprache zum Ausdruck bringt) und ist irgendwie einfach nur ein totaler Unsympath. So einer, der mir oft Samstagmorgens um 6 nach dem Feiern im Bahnhof begegnet. Im Polohemd. Mit hochgestellten Kragen und großer Schnauze. So einen mag niemand wirklich.

Also ist sich nicht nur das Publikum, sondern auch wir – die schöne neue Webwelt, einig, dass wir Hans-Martin total doof finden müssen dürfen sollen und hauen auf ihn drauf und setzen an zum twitterigen Webprognom! Lyncht ihn! Wenn es schon nicht in echt geht dann wenigstens virtuell. Gibt ja keinen Pranger mehr auf dem Marktplatz und uns fehlt generell der willige Lynch-Nachschub. Außerdem ist Hans-Martin ja so ein Arschloch! Viel arschlöchiger natürlich, als der Erfinder dieser dollen Sendung. Lasst ihn uns hassen!
Innerhalb kürzester Zeit mutiert also Hans-Martin zu “Hassmartin” und geistert als Hashtag durch die ganze Twitterwelt. Gruppen bei Ich-bin-geiler-als-duVZ und Gesichtsbook werden erstellt und die Foren kochen über, vor Hasstriaden auf den doofen Hans-Martin. Und dann gewinnt er auch noch! Das ist in Good ol`Germany oft sowieso ein Todesurteil, denn die Deutschen sind als Neidgesellschaft bekannt und gönnen einem anderen Glück überhaupt nicht. Denn bei uns ist Glück = Geld und wenn der Gewinner dann noch unsympathisch ist, passt das natürlich noch besser. Los geht`s!

Das was am Samstag abging und ich nur nebenbei mitgekommen habe, war ein Armutszeugnis für uns, den Marktschreiern von Morgen. Den Typen, die auf einem Samstag-Abend nichts besseres zu tun haben, als vorm Rechner und TV zu sitzen, bewaffnet mit der mächtigsten Mobbingwaffe, seit der Schultoilette. Tha Intanöööööt!!!111

Natürlich ist Hans-Martin kein angenehmer Mensch und ich mag ihn genauso wenig. Es passt sich gut, dass ein Arschloch im Fernsehen auftaucht, kann man doch gut davon ablenken, dass man selbst eins ist und endlich mal wieder die Schnauze aufreißen. Lästern liegt in der menschlichen Natur und dir Mehrzahl meiner Artgenossen sieht das auch so. Das legitimiert alles und ich bin auf der sicheren Seite. Da kommt der Mainstream-Zug, auf den ich jetzt mal, geschützt durch Anonymität und Herdenzwang, aufspringen kann.

Menschen, die ein bisschen länger nachdenken danken euch für diese Einsicht in eure schöne, neue digitale Welt. Auch, wenn sie eine längst fällige Diskussion angestoßen hat.





1. September 2009 (10:47 Uhr)

Ja natürlich glauben wir die dämlichen Wahlversprechen, die uns nun aus allen Medien ins Hirn gepfeffert werden. Und sowieso wird ja alles besser weil ihr den Plan habt und Deutschland aus dieser ach so schlimmen Krise erretten werdet. Wir sind nämlich doof und rennen gerne am 27. in die nächste Grundschule, um unser Kreuzchen zu machen, weil der Westerwelle so nett von seinem Plakat lächelt.

Leider wird die Mehrzahl der Deutschen genau das tun und seine Stimme einer von den Volksverdummern etablierten Parteien geben, ohne groß nachzudenken. War ja immer so und wird immer so bleiben.
Solange ich wählen darf, war ich Protestwähler und habe gerne Parteien meine Stimme gegeben, die komplett nicht regierungsfähig sind. Graue Panther, Tierschutzpartei oder APPD zum Beispiel. Das war (für mich) die einzige Möglichkeit meine Stimme sinnvoll zu nutzen, die, wenn man richtig überlegt, sowieso nicht viel zählt, weil die Mehrheit der Deutschen nun mal gerne RTL guckt und die BILD als Zeitung bezeichnet. Daher können wir ruhig stolz auf unser Demokratieverständnis sein, was im Detail leider nicht ganz so toll ist, wie es immer hervorhgehoben wird. Mich hat keiner gefragt, ob ich den Euro will, wie in anderen Ländern. Die Macht geht vom Volke aus? Dumm nur, dass das Volk bekloppt ist und sich mehr dafür interessiert, warum denn der Boris im gleichen Hotel Urlaub macht, wie die Sandy.

Die Demokratie hat aber nicht nur im Land der aufgehenden Weißwürste einen Platten, sondern in der ganzen EU. Stichwort Reformvertrag. Klappt nicht so ganz in Irland, also wählen wir so lang bis uns das Ergebnis gefällt…

Aber jetzt gibt es ja für Protestwähler wie mich die Piraten, die sogar noch ein paar Punkte im Programm haben, mit denen man sich ansatzweise identifizieren kann. Olé.





27. August 2009 (15:41 Uhr)

Ja ne keine Ahnung. Letztens eine Diskussion mit einer Minderbemittelten geführt. Deutschland ist ja so scheisse und überhaupt voll ungerecht bla bla. Wenn Gehirnamputierte ihre Andockschleuse öffnen, kommt meistens nicht sehr viel sinnvolles raus…alternativ vllt lustige Aliens, die den Erstkontakt suchen, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls nervte mich das Blödheits-Mutterschiff so dermaßen, dass mir doch glatt die Zornesröte ins Gesicht stieg und Onkel reik ganz dolle auf den wackeligen Stationstisch hauen musste. Den genauen Wortlaut ihrer verbalen Versuche, den Standort Germany zu diskreditieren, gebe ich jetzt mal nicht wieder, weil ich ihn sowieso schon wieder vergessen habe (extremer Schwachsinn, verbleibt bei mir halt nicht lange auf der HDD).

Natürlich läuft hier einiges falsch, bl0ß dieses typisch deutsche Rumgeheule ist nicht nur übertrieben, sondern auch sehr unangebracht. Buhu, die Welt ist so ungerecht! Das Parken in der Innenstadt kostet jetzt 20 Cent mehr und überhaupt gab`s bei Edeka keine gelben Säcke mehr. Grauenvoll.
Bis zu einem gewissen Grad ist es verständlich und auch richtig. Meinereiner zB darf als Dialysepatient für 5 € die Std. Palletten durch die Gegend ziehen und Regale einräumen, um ordentlich über die Runden zu kommen. Ja es ist anstrengend, Ja es nervt, na und? So ist es halt und es kommt drauf an, was man draus macht. “Klagt nicht, kämpft!” und so.

Hab Madamé Doof dann mal vorgeschlagen mit ihrem Krankheitsbild mal in ein anderes Land zu kriechen und dann da mal das dortige Gesundheitssystem kennen zu lernen…Wollte sie nicht. Komisch -.-








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